NSA - Nationales Sicherheits-Amt
Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im Nationalen Sicherheits-Amt und entwickelt dort Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sie nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet ...Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien - und deren totale Überwachung?

NSA - Nationales Sicherheits-Amt Details

TitleNSA - Nationales Sicherheits-Amt
Author
LanguageGerman
ReleaseSep 28th, 2018
PublisherBastei-Lübbe, Bergisch-Gladbach
ISBN-139783785726259
Rating
GenreScience Fiction, Alternate History

NSA - Nationales Sicherheits-Amt Review

  • Aleshanee
    January 1, 1970
    Ich mag ja die Bücher von Andreas Eschbach immer sehr und mache können mich so richtig begeistern - und mit diesem hier ist ihm mal wieder ein absoluter Geniestreich gelungen!Es beginnt in Weimar im Jahr 1942. Die NSA ist an sich eine eher kleine, wenig beachtete Anlage im Deutschen Reich, die sich auf die Programmierung und Auswertung von Daten per Komputer spezialisiert hat. Ja, Komputer. Denn der Autor hat hier das Konstrukt gezeigt wie es hätte sein können, wenn es damals schon dieses Medium Ich mag ja die Bücher von Andreas Eschbach immer sehr und mache können mich so richtig begeistern - und mit diesem hier ist ihm mal wieder ein absoluter Geniestreich gelungen!Es beginnt in Weimar im Jahr 1942. Die NSA ist an sich eine eher kleine, wenig beachtete Anlage im Deutschen Reich, die sich auf die Programmierung und Auswertung von Daten per Komputer spezialisiert hat. Ja, Komputer. Denn der Autor hat hier das Konstrukt gezeigt wie es hätte sein können, wenn es damals schon dieses Medium gegeben hätte. Und verbindet damit unsere aktuellen Bedenken der Datensammlung in Bezug auf die Auswirkungen, die das ganze in Kriegszeiten gegeben haben - und eben auch in Zukunft geben könnte!Denn natürlich kann man mit den Daten der Menschen eine Menge herausfinden und welche schlimmen Folgen das hat zeigt er gleich zu Beginn mit einem ganz einfachen Experiment.Danach geht es aber erstmal zurück in die Vergangenheit von Helene Bodenkamp. Sie wird später eine große Rolle spielen in der NSA als eigentlich "kleine" Programmstrickerin, denn die Programmierungen sind in dieser Zeit den Frauen vorbehalten - warum das so ist erklärt er übrigens sehr anschaulich und mit amüsanter Überzeugung."Die Frau, deren naturgegebene Aufgabe die Sorge für die Familie ist, muss hierzu eine Vielzahl von sich immer wiederholenden Arbeiten verrichten, und je besser es ihr gelingt, diese in zweckdienlicher Weise zu organisieren, desto mehr erleichtert sie sich den Alltag. Daher ist jede Hausfrau und Familienmutter von Natur aus eine Programmierin, sie weiß es meist nur nicht, denn es ist nicht ein Komputer, den sie programmiert, vielmehr programmiert sie sich selbst." S. 157Ebenfalls zeigt er das Leben von Eugen Lettke, der auch eine wichtige Stellung im Nationalen Sicherheits-Amt haben wird und der Lebensweg von ihm sind machen sehr deutlich, wie sich in diesen Zeiten negative Auswirkungen entwickeln können."Stärke war sein eigener Beweis und seine Rechtfertigung, denn stark war er, der sich nehmen konnte, was er begehrte, und es schaffte, der Welt seinen Willen aufzuzwingen ..." S. 106Diese beiden Gegensätze ergeben ein sehr gutes Bild von der mitfühlenden Helene, die sich immer wieder sträubt, den Judenhass zu unterstützen und dem machtbesessenen Eugen, der seinen Kontrolltrieb mit allen möglichen perfiden Mitteln auslebt. Sie stehen auch im Mittelpunkt der Geschichte, die natürlich auch den Aufstieg Hitlers und die vielen großen wie kleinen Konsequenzen aufzeigt, die damals den Lauf der Dinge beeinflusst haben.Es gibt viele bekannte Details im Rahmen von Namen, prägnanten Ereignissen und Erfindungen die man kennt und einen Bezug dazu schaffen; eben mit der Besonderheit der fortschrittlichen Technik, die er perfekt mit eingebaut hat. Wie eben die Komputer, Elektrobriefe (Emails), bewegliche Telephonie (Handys), Parolen (Passwörter) oder das Weltnetz (Internet).Die Sammlung von Daten und was damit gemacht wird und werden kann ist ja schon lange ein aktuelles Thema - und auf welche Ideen Eschbach hier kommt lassen einem wirklich die Haare zu Berge stehen vor allem wenn man daran denkt, dass diese Möglichkeiten mit Sicherheit schon irgendwo genutzt werden! Ich frage mich dann wirklich welche kranken Köpfe tatsächlich Gebrauch davon machen und den Menschen an sich auf diese Informationsquellen reduzieren, denn Helene hat hier eine ganz eigene, wichtige Einsicht dazu:"Wahrscheinlich, dachte sie, liegt es daran, dass man einen Menschen, egal, wie viele Daten man über ihn sammelt, doch niemals wirklich erfasst, sodass immer Unklarheiten und Widersprüche bleiben, ja, womöglich sogar erst durch den Umstand der Zergliederung in Daten entstehen." S. 364Man trifft ja tagtäglich unzählige Entscheidungen, die meist nur kleine Auswirkungen haben, manche aber dann plötzlich ungeahnte Dimensionen annehmen. Auch ein Punkt der hier sehr klar hinterfragt wird und die beiden Charaktere, wie auch die Nebenfiguren, sind sehr klar strukturiert aber auch in ihren Feinheiten sehr gut gezeichnet. Ängste, Hoffnungen, Ohnmacht und Tatendrang, das alles im Wechselspiel der Gefühle macht sehr deutlich, wie schwierig es oft ist, sich für "das Richtige" zu entscheiden."Wenn es um wichtige Dinge geht, wählt man nicht , sondern man wählt die Option, die man für die bessere hält - und das Problem ist, dass man das meistens nicht weiß." S. 552Insgesamt war es immer flüssig zu lesen und es wechselte zwischen den Perspektiven von Helene und Eugen, so dass man beide Werdegänge und die Zusammenhänge sehr gut verfolgen konnte. Es entstand eine große Intensität zur Handlung und eine ununterbrochene Spannung ohne große Dramatik, aber mit einer fesselnden Anspannung, die mich von der ersten bis zur letzten Seite nicht losgelassen hat.© AleshaneeWeltenwanderer
    more
  • MaggyGray
    January 1, 1970
    Nazi-Softporno meets WaschmaschinengebrauchsanweisungDieses Buch ist das erste Buch von Andreas Eschbach, das ich gelesen habe, obwohl mir der Autor vorher durch diverse Titel bekannt war. Die Geschichte auf dem Klappendeckel hörte sich doch zu interessant an. Hm.Man kann mich ja für viel Mumpitz begeistern (oder zumindest hinter dem Ofen hervorlocken), solange die Sprache bzw. der Schreibstil passt - auf der anderen Seite verzeihe ich ein holpriges Geschreibsel, wenn die Geschichte dahinter es Nazi-Softporno meets WaschmaschinengebrauchsanweisungDieses Buch ist das erste Buch von Andreas Eschbach, das ich gelesen habe, obwohl mir der Autor vorher durch diverse Titel bekannt war. Die Geschichte auf dem Klappendeckel hörte sich doch zu interessant an. Hm.Man kann mich ja für viel Mumpitz begeistern (oder zumindest hinter dem Ofen hervorlocken), solange die Sprache bzw. der Schreibstil passt - auf der anderen Seite verzeihe ich ein holpriges Geschreibsel, wenn die Geschichte dahinter es schafft, dass ich das Buch nicht zur Seite legen kann. Hier haben beide Teile versagt. Beim Lesen dieses Buches musste ich die ganze Zeit an meine früher heiß geliebten Jerry Cotton Romanheftchen denken - der Schreibstil war grottig (jedenfalls bei 8 von 10 Heftchen), aber wer achtet schon darauf, wenn einem dieser heiße G-Man Kugeln um die Ohren jagt. Eschbach hat aber keinen so heißen Protagonisten, um diesen Textbrei zu rechtfertigen, auch keine Protagonistin. Ganz im Gegenteil. Die Personen bleiben flach und dermaßen klischeeschwanger, dass man die Charaktere locker in zwei Gruppen einteilen kann: hässlich, kalt und grausam: Nazis. Hübsch, liebevoll, freundlich: alle Übrigen. Helene, die als Frau die niederen Tätigkeiten einer Komputerprogrammiererin ausführt, erstellt ein Programm, anhand dessen man versteckte Systemkritiker und Flüchtlinge aufspüren kann, die vom Naziregime gejagt und vernichtet werden sollen. Als dies eines Tages einen Menschen betrifft, der ihr sehr nahe steht, muss sie eine Entscheidung treffen. Ihr Vorgesetzter Lettke wiederrum nutzt das allumfassende Datennetz und den Datenpool dazu, sich Frauen gefügig zu machen. Diese beiden Handlungsstränge ziehen sich durch das ganze Buch, während die Nazizeit und ihr fiktives Datenimperium eher am Rande abgehandelt werden. Es gibt einige technische Dialoge und Abschweifungen, die von Zeit zu Zeit das Ganze wieder auf Spur bringen zu können, aber im Großen und Ganzen geht es Rosamunde-Pilcher-mäßig zur Sache. Dabei frage ich mich schon, welches Weltbild der Autor hier in seiner abstrusen Geschichte verbastelt. Lettke vergewaltigt sich munter durch die ganze Stadt, aber es kommt nicht eine einzige Frau mal auf die Idee, aufzubegehren? Im Gegenteil, sie alle verwandeln sich angesichts der Gefahr in devote Mäuschen, die Sachen sagen wie "Mach mit mir, was du willst", "Ich tue alles, was du verlangst" oder "Du kannst über mich verfügen" und ähnlichen Schwachsinn. Mag schon sein, dass man in dieser Situation keine Superheldenkräfte entwickelt, aber diese ganzen Szenerien erinnert doch stark an irgendwelche Hinterhofpornos, in denen die Sch*** darum betteln, sie doch mal hart ranzunehmen. Bezeichnenderweise wird das männliche Geschlechtsteil zwar sehr oft erwähnt, es reicht aber nur für Ausdrücke wie "Pillermann", "Pimmel", "seine Männlichkeit" (ernsthaft?), "Schniedel" etc. Das ist ein PENIS, Himmel noch mal!! Und Helene? Ist ein nettes, aber absolut austauschbares Mädel, nach eigenem Bekunden nicht gerade schön, dafür aber sehr dünn (was mehr oder weniger ein Synoym für hübsch ist), und ist die meiste Zeit mit Selbstzweifeln, Träumereien oder Gedankenschweifen beschäftigt. Wird sie in der Firma angesprochen spricht sie verhalten, sie errötet ständig und andauernd, sie senkt den Blick und die Stimme, sie wispert, sie haucht. Geht es doch mal mehr zur Sache, "gibt sie sich ihm hin", "frönt der Wolllust", "lässt sich von seinen Armen umfangen" oder "ist beeindruckt von seiner Männlichkeit" (und wir reden hier mal wieder von einem Körperteil). Da kommt dann der Schluss schon beinahe als logische Schlussfolgerung daher, auch wenn er, im Vergleich zur übrigen Geschichte, völlig überzogen und absurd ist. Fazit: die Überlegung "Was wäre wenn" wurde hier zugunsten einer seichten Schmonzette verschenkt, dabei hätte das Ganze so viel Potention gehabt. Gerade der Auftritt Himmlers ganz zu Anfang war stark. Schade, dass diese Stärke nicht durchgezogen wurde (durchgezogen wurde dann an anderer Stelle, höhö), dann hätten sich die 800 Seiten auch besser weglesen lassen können. So bleibt ein schaler Heftchenroman in XXL, der dem Thema nicht gerecht wird.
    more
  • Ivo
    January 1, 1970
    Er hätte mich ja allein schon durch den Plot des Buches gewonnen … denn was kann es für einen Nerd, der Geschichts-LK im Abi hatte, faszinierenderes geben, als darüber zu spekulieren, wie es wäre, wenn Computer … sorry, Komputer heisst es natürlich, wenn es also Komputer und das Weltnetz (aka Internet) mitsamt den damit einhergehenden technologischen Überwachungsmöglichkeiten schon zu Zeiten des Dritten Reiches gegeben hätte. Doch über die geniale Grundidee hinaus hat Eschbach einen fesselnden R Er hätte mich ja allein schon durch den Plot des Buches gewonnen … denn was kann es für einen Nerd, der Geschichts-LK im Abi hatte, faszinierenderes geben, als darüber zu spekulieren, wie es wäre, wenn Computer … sorry, Komputer heisst es natürlich, wenn es also Komputer und das Weltnetz (aka Internet) mitsamt den damit einhergehenden technologischen Überwachungsmöglichkeiten schon zu Zeiten des Dritten Reiches gegeben hätte. Doch über die geniale Grundidee hinaus hat Eschbach einen fesselnden Roman abgeliefert, durch den ich mich in einer Geschwindigkeit und Hingabe durchgewühlt habe, wie ich es schon lange nicht mehr gemacht habe. Und das Ende (nein, ich will nicht spoilern, auch wenn ich jetzt dringend jemanden bräuchte, mit dem ich über das Buch reden kann), das Ende hat mich dermassen mitgenommen, dass ich jetzt noch, zwei Stunden nach Abschluss des Buches, wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Wohnung renne.
Puh, ich brauche jetzt dringend leichtere Kost … oh, was schimmelt denn da schon seit Monaten in meinem To-Read-Stapel? Ein Perry-Rhodan-Roman … geschrieben von Andeas Eschbach …. das wäre doch was, zum runterkommen ?! Na, dann mal los…
    more
  • Irifev
    January 1, 1970
    Das Buch ist zum einen alternative Geschichte, da es vom Deutschland der 30er und 40er Jahre handelt, aber der Komputer schon einige Jahre früher erfunden wurde als in der realen Welt. Hauptfiguren sind zwei Mitarbeiter beim Nationalen Sicherheits-Amt, quasi dem Gegenstück der heutigen NSA in tiefsten Skandalzeiten.Das Buch ist aber zum anderen brandaktuell, indem es zeigt, was passieren kann, wenn moderne Technik in solch ein von Überwachung und Unfreiheit geprägtes Regime wie Nazi-Deutschland Das Buch ist zum einen alternative Geschichte, da es vom Deutschland der 30er und 40er Jahre handelt, aber der Komputer schon einige Jahre früher erfunden wurde als in der realen Welt. Hauptfiguren sind zwei Mitarbeiter beim Nationalen Sicherheits-Amt, quasi dem Gegenstück der heutigen NSA in tiefsten Skandalzeiten.Das Buch ist aber zum anderen brandaktuell, indem es zeigt, was passieren kann, wenn moderne Technik in solch ein von Überwachung und Unfreiheit geprägtes Regime wie Nazi-Deutschland Einzug hält und somit eine Warnung an uns in der Gegenwart.Und es bestätigt auch, was man schon bei "Herr aller Dinge" herausgefunden hat: Andreas Eschbach kann inzwischen auch richtig gute Enden schreiben, das Buch lässt einen emotional aufgewühlt zurück.
    more
  • PeterS
    January 1, 1970
    Mit NSA hat Andreas Eschbach einen Roman geschrieben, der mich auf mehreren Ebenen beindruckt hat.Gleich in den ersten 80 Seiten setzt er ein klares Statement, was Vorratsdatenspeicherung bedeuten würde, wenn die Daten später von einem Regime wie dem Nationalsozialismus grenzenlos ausgewertet werden könnten: Wow!Der Roman an sich schildert die Arbeit und das Leben zweier Mitarbeiter des Nationalen Sicherheits-Amtes (NSA) um das Jahr 1942 (und früher), einer fiktiven Organisation, die aber schon Mit NSA hat Andreas Eschbach einen Roman geschrieben, der mich auf mehreren Ebenen beindruckt hat.Gleich in den ersten 80 Seiten setzt er ein klares Statement, was Vorratsdatenspeicherung bedeuten würde, wenn die Daten später von einem Regime wie dem Nationalsozialismus grenzenlos ausgewertet werden könnten: Wow!Der Roman an sich schildert die Arbeit und das Leben zweier Mitarbeiter des Nationalen Sicherheits-Amtes (NSA) um das Jahr 1942 (und früher), einer fiktiven Organisation, die aber schon ab 1933 gegründet wurde, und alle Daten eines in dieser Alternativ-Welt-Geschichte schon damals gegründeten Deutschen Netzes und später Weltnetzes (nach dem ersten Weltkrieg) gespeichert zur Verfügung hat."Komputer", "Volkstelephon", "Deutsches Forum", "Parole" sind viele Dinge, die es in der fiktiven Geschichte schon gibt und leicht in heutige Entprechungen umzudeuten sind.Eschbach schildert eindrücklich, wie einfach ein Mißbrauch der Daten durchgeführt werden kann, und gleichzeitig, wie dies das Schicksal der Haupt- und Nebenfiguren beinflusst.Die Schrecklichkeit des Nazi-Regimes mit grenzenlosem Datenmißbrauch wird in einer ganz anderen Form sichtbar: die pflichtbewußten und auch privaten Recherchen der Hauptpersonen haben so schlimme Konsequenzen für die Welt aber auch für sie persönlich, was während der geschilderten Handlung oft harmlos erscheint, aber letztendlich dann schlimm endet. Mich hat der Roman emotional aufgewühlt.Handwerklich ist der Roman sehr gut geschrieben, ich hatte ein absolut flüssiges Leseerlebnis, und das Ende: ja, hier hat Eschbach die Geschichte einfach sehr konsequent zu Ende geführt und mir als Leser die Illusion geraubt, das alles doch nicht so schlimme Enden kann. Es kann!Von meiner Seite aus eine absolute Leseempfehlung.
    more
  • Eda
    January 1, 1970
    Ein Jahreshighlight!Eindringlicher und flüssiger Schreibstil! Ein absoluter page turner und dementsprechend hochgradig spannend. Die 800 Seiten lassen sich wirklich sehr schnell lesen und es hätten meiner Meinung nach auch mehr als 800 Seiten sein können.Das Ende war der Oberhammer!!Hätte es Computer im dritten Reich gegeben, wäre es vermutlich genauso wie in der Geschichte abgelaufen! Sehr realitätsnah geschrieben.Eine richtig, richtig gute Dystopie!
    more
  • StefanieFreigericht
    January 1, 1970
    Zum Ende ziemlich kranker Horrorschocker, wenn auch der Plot zunächst genial daherkommtNein, es geht nicht um die NSA aus den USA – es geht um das fiktive „Nationale Sicherheitsamt“ in Weimar, gegründet noch im Kaiserreich. Die Handlung des Buches ist angesiedelt in einer Zeit, die zugleich historisch und fiktiv ist: die NS-Zeit, allerdings mit einigen klitzekleinen Änderungen. Es gibt bereits sehr funktionsfähige „Komputer“, Volkstelephone mit Bezahlfunktion, es gibt das Weltnetz (Internet). Da Zum Ende ziemlich kranker Horrorschocker, wenn auch der Plot zunächst genial daherkommtNein, es geht nicht um die NSA aus den USA – es geht um das fiktive „Nationale Sicherheitsamt“ in Weimar, gegründet noch im Kaiserreich. Die Handlung des Buches ist angesiedelt in einer Zeit, die zugleich historisch und fiktiv ist: die NS-Zeit, allerdings mit einigen klitzekleinen Änderungen. Es gibt bereits sehr funktionsfähige „Komputer“, Volkstelephone mit Bezahlfunktion, es gibt das Weltnetz (Internet). Damit wird aus einem historischen Roman flugs „alternative Geschichte“ (ein Subgenre von S/F, sozusagen „S/F praktisch ohne S/F“, ohne Aliens, Roboter und ähnliches). Der Gedanke ist hier nicht, wie in ähnlichen Büchern „wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte“, sondern „wenn Hitler noch mehr Ressourcen zur Verfügung gehabt hätte“. So etwas mochte ich bis vor kurzem absolut nie lesen, mir war das echte “Dritte Reich” schon gruselig genug – bis ich auf das grandiose „Die Stunde der Rotkehlchen“/”Farthing” von Jo Walton stieß und hier aus dem Beginn zitieren möchte: This novel is for everyone who has ever studied any monstrosity of history, with the serene satisfaction of being horrified while knowing exactly what was going to happen, ........rather like studying a dragon anatomized upon a table, and then turning around to find the dragon's present-day relations standing close by, alive and ready to bite."bzw. (nicht so toll übersetzt)„Dieser Roman ist für alle, die sich jemals mit den Monstrositäten der Geschichte beschäftigt haben, schaudernd eigentlich, doch jederzeit wissend, wie es weitergeht, als ginge es um die Autopsie eines toten Drachen, nur um im nächsten Augenblick den sehr lebendigen Nachkommen des Drachen gegenüberzustehen und ihnen ins offene Maul zu starren.“ (Hervorhebungen durch mich). Mit anderen Worten: tröstet euch nicht damit, dass es überwunden sei. Wehret den Anfängen.Autor Eschbach wechselt zwischen seinen zwei sehr unterschiedlichen Protagonisten Helene Bodenkamp, behütet aufgewachsene Tochter eines erfolgreichen Arztes, und Eugen Lettke, ärmlich, Halbwaise, die Mutter verbittert, aber von Stolz aufgrund des Heldentodes des Ehemannes durchdrungen. Die beiden jungen Leute teilen ihre Skepsis zur Ideologie der Nazis, und machen doch beide unabhängig Karriere bei der NSA, der Behörde, die sämtlichen elektronischen Spuren von Menschen im eigenen Land und weltweit verfolgt, um diese für die Zwecke der NSdAP auszunutzen. Helene stellt sich als Programmiergenie heraus, eine „Programmstrickerin“, die zunächst nur naiv von der Begeisterung für die Materie getrieben wird. Lettkes Begeisterung dient mehr ... Lettke, seine Vorlieben sind Macht, Demütigung, Herrschaft. Ganz wie damals laufen die historischen Ereignisse sonst ab, der Aufstieg Hitlers, der Einmarsch in Polen, in Frankreich, Pearl Harbour, die Weiße Rose - mit je kleinen "modernisierten" Anpassungen. Als Helene Zweifel kommen, ist sie in großer Gefahr.Mir gefiel sehr, wie der Autor fantasievolle eingedeutschte Begriffe gefunden hat, Elektrobrief = Mail, Bauchrednerpuppen = Trolle, Parole = Passwort, oder, mein Favorit: Jemanden das Klo runterspülen = Shitstorm. Ja, so ein wenig sollte man sich mit den Dämonen der Jetzt-Zeit beschäftigt haben, die aus den modernisierten Formen der Dämonen von damals sprechen. Da wird zu Beginn das Tagebuch Anne Franks verraten, die dank der Programmierkünste von Helene sehr einfach aufgefunden werden konnte, da kommt es zu einer Vermischung mit den Gefahren des Heute: Metadaten, Trolle, Trojaner, Triangulation, Vorratsdatenspeicherung, Telefone mit „Alexa“ zur NSA. Den Anfang fand ich noch genial.Dann grauste es mich zusehend. Ja, der Gedanke ist genial, ich brauche auch bestimmt nicht nur Bücher mit Happy End, nicht einmal mit geschlossenen Enden und mag keine Liebesschnulzen. Aber das hier ist mir deutlich zu viel. Absolute Warnung für Empfindliche. Ich habe ähnliche Albträume schon bekommen nach meiner ersten Stephen King – Verfilmung (ein Raucher-Entwöhnungsprogramm, bei dem dem Raucher gesagt wurde, seine Frau würde für jede Zigarette einen Finger verlieren. Nach irgendeinem Kameraschwenk sah man dann die Frau seines rauchentwöhnten Kumpels. Man sah ihre Hand, soweit ich das zusammen bekomme, „mit ohne Finger“. Ich habe das in den 80ern gesehen und mich gruselt es noch heute und ich habe nie wieder Stephen King angerührt – bevor Proteste kommen: das ist meine persönliche Freiheit!).Ich habe getan, was ich sonst nie tue. Ich habe bei etwa Seite 759 gespickt. Nein nein nein. Geniale Idee, wenn man so etwas aushalten kann. Um einen „Drachen“ wie oben eingeleitet zu erkennen, muss man das aber nicht, das lenkt nach meiner Meinung nur ab von dem eigentlichen Bösen, es ist etwas zu viel. Nein danke zu Nazis, Diktatoren, Demagogie, Folter, Mord, Rassismus – das muss man nicht wirklich erläutern. Aber auch ein Nein von mir zu kranken Horrorschockern. 2 Sterne (ich bin enttäuschter, wenn ich ein Buch zuerst für genial hielt). Und bitte einen großen Teddybären.Nachtrag, wegen Rückfragen, WAS ich genau nicht mochte: mit alternativer Geschichte kann ich umgehen (so viel S/F geht noch). Mit "echter" S/F / Fantasy kann und konnte ich nix anfangen, ich fand schon "Karlsson vom Dach" als Kind völlig sinnlosen Blödsinn, etwas, das nicht möglich ist Punkt. Das Buch beginnt als alternative Geschichte, hat aber später Elemente von etwas, was hinausgeht über "was wäre gewesen wenn". Das ist für mich so etwas von völlig willkürlich ausgedacht ...Ich mag Bücher, die Fiktion sind im Sinne, dass ich mir das im echten Leben vorstellen kann. Einiges von dem, was ich mir nicht vorstellen kann, MAG ich mir dann noch nicht einmal vorstellen können, das ist für mich der blanke Horror (natürlich könnte man jemandem, um mein Stephen King - Beispiel von oben zu zitieren, das Rauchen abgewöhnen, indem man dessen Frau ein Fingerchen nach dem anderen abhackt - ach ja, mit Grimms Märchen werde ich auch kein Freund ;-) Aber nee.Und man kann auch argumentieren, dass Jules Vernes vieles vorwegnahm oder der Star Trek - Kommunikator jetzt als Smartphon herumläuft. Damit hört es dort aber schon auf, oder?Und ich bleibe dabei: der ECHTE Horror der NS-Zeit reicht mir. Und die Leute, die sich durch Social Media "fernsteuern" lassen, reichen mir auch.
    more
  • Anna
    January 1, 1970
    InhaltWeimar 1942: Helene Bodenkamp hat eine sichere Arbeit im Nationalen Sicherheits-Amt. Sie ist dort Programmiererin und entwickelt mit großer Freude Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werden. Helene macht sich erst Sorgen um das, was sie da eigentlich tut, als ihre große Liebe Fahnenflucht begeht und untertauchen muss. Sie versucht mit allen Mitteln ihre Liebe zu schützen und gerät dabei nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern auch mit ihrem Vorgesetzten Eugen InhaltWeimar 1942: Helene Bodenkamp hat eine sichere Arbeit im Nationalen Sicherheits-Amt. Sie ist dort Programmiererin und entwickelt mit großer Freude Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werden. Helene macht sich erst Sorgen um das, was sie da eigentlich tut, als ihre große Liebe Fahnenflucht begeht und untertauchen muss. Sie versucht mit allen Mitteln ihre Liebe zu schützen und gerät dabei nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern auch mit ihrem Vorgesetzten Eugen Lettke, der die Überwachungstechnik des Staates für eigene Zwecke benutzt und dabei immer mehr jegliche Grenzen überschreitet.Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte? Was, wenn es damals schon Internet, Handys, E-Mails, Soziale Medien und deren totale Überwachung gegeben hätte? NSA zeigt, was hätte sein können.Recht zufällig bin ich auf die Leserunde zu „NSA“ bei der Lesejury aufmerksam geworden. Ich bin nicht sehr häufig dort unterwegs und bewerbe mich nur dann, wenn mich ein Buch wirklich komplett anspricht. Als ich „NSA“ gesehen habe, konnte ich nicht anders, als mein Glück zu versuchen und als dann die Mail mit der Zusage kam war ich sehr überrascht. Ich durfte das Buch vorab lesen und habe mich unfassbar auf die Geschichte gefreut. Herzlichen Dank an die Lesejury und Bastei Lübbe für die Zusendung des Rezensionsexemplars!Das Buch beginnt 1942 in Weimar, als Heinrich Himmler das Nationale Sicherheits-Amt besucht, um herauszufinden, ob es überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat. Man lernt Eugen Lettke und Helene Bodenkamp kennen, denn deren Geschichte wird in diesem Buch genauer erzählt. Durch die Einführung der beiden Protagonisten verlagert sich auch die Erzählung nach hinten und man erfährt als Leser nicht nur, wie sich der Einfluss des „Komputers“ entwickelt hat und sich in diese Zeit einfügen lässt, sondern auch genaueres über die Vergangenheit von Eugen und Helene. Wie leben sie, was haben sie für eine Familie, welche Bekannte und Freunde, wie sind sie ins Nationale Sicherheits-Amt gelangt und wie sind die beiden so geworden, wie sie zu dem Zeitpunkt, an dem die Geschichte beginnt, sind? Gleichzeitig wird immer wieder ein Blick auf die technische Seite geworfen, was mir unheimlich gut gefallen hat.Eschbach verknüpft auf erschreckend akkurate Weise reale Begebenheiten mit seiner Fiktion. Man kommt nicht nur einmal ins Grübeln, wo wir heute stehen und inwieweit es parallelen zu den Geschehnissen im Buch gibt. Schließlich haben wir auch nichts anderes als „Gemeinschaftsforen“, wie sie im Buch genannt werden, die bei uns eben Social Media wie Instagram, Facebook oder Twitter sind. Oder Cloud-Speicher, die im Buch Datensilos genannt werden. So vieles kommt zur Sprache, das uns in der heutigen Zeit mehr als nur geläufig ist und man überlegt sich einmal mehr: was gebe ich selbst über mich im Internet preis und was hätte es für einen Einfluss auf mich und mein Leben, würden diese Informationen gegen mich verwendet werden? Denn auch in diesem Buch „posten“ Menschen unüberlegt Gedanken in Foren, sogar in einer Art Online-Tagebuch und andere Menschen können diese geposteten Texte lesen, darauf reagieren und auch gegen sie verwenden.Eschbach begeistert mich aber nicht nur mit dieser technischen Seite, die immer deutlicher die Angst vor Überwachung schürt, sondern auch mit seinen Protagonisten. Helene und Eugen könnten nicht unterschiedlicher sein und doch landen sie an einem bestimmten Punkt an derselben Stelle: das NSA.Eugen ist ein eher ruhiges, seltsames Kind, das in der Schule sehr unbeliebt ist und eher Mitleid erregt. Doch je älter er wird, desto grausamer werden auch seine Gedanken und das Mitleid verschwindet, je mehr man im Buch voran schreitet. Er zeigt zutiefst verstörende Verhaltensweisen und tut unverzeihliche Dinge. Dinge, die ich mir niemals im Traum hätte ausmalen können und die mir eine Gänsehaut bereitet haben. Um seine Ziele zu erreichen ist ihm jedes Mittel recht. Ich habe selten bei einem Charakter so einen ekel empfunden, wie bei Eugen und war gleichzeitig sehr beeindruckt vom Autor, dass er es schafft mir eine Person vorzusetzen, die ich abgrundtief verabscheue und trotzdem den Weg, den sie geht, mitverfolgen möchte. Ich wollte einfach wissen was Eugen im Verlauf des Buches widerfahren wird. Ob er mit seinen Machenschaften Erfolg haben wird oder nicht und wohin ihn seine Spielchen bringen werden. An die Spitze oder ans Ende?Helene scheint das komplette Gegenteil von ihm zu sein. Ein gut erzogenes Mädchen aus einer reichen Familie. Sie soll den perfekten Umgang haben, tolle Noten schreiben. Einfach ein strahlendes Mädchen sein. Doch sie selbst fühlt sich in dieser Rolle nicht wohl. Sie kann mit den Rassengesetzten und genetischen Themen überhaupt nichts anfangen und kann trotzdem nichts gegen die Entwicklungen im Land ausrichten. Sie fügt sich ein, ohne darüber nachzudenken und obwohl sie sich in vielen Situationen unwohl fühlt, sagt sie nichts. Ihre Familie verhält sich noch viel verblendeter und spätestens mit ihrem Onkel Siegmund und seinem Schicksal, stellt Eschbach besonders heraus, wie stark eine Familie durch Propaganda verblendet wird. Die Entwicklung von Helene fand ich im Buch wirklich großartig. Sie wird selbstbewusster, mutiger und beginnt auch über Entwicklungen im Land nachzudenken. Auch wenn diese Einsicht recht spät kommt, so kommt sie immerhin. Der Verlauf ihres Lebens wird von Seite zu Seite spannender und ich bin ihr manchmal kopfschüttelnd und manchmal nickend gefolgt.Je weiter man im Buch voran kommt, desto bedrückender wird die Stimmung. Die Überwachung durch die „Komputer“ nimmt immer mehr zu und die Technologie wird immer weiterentwickelt. Dieses Gefühl der totalen Überwachung, der Angst, dass jedes Wort und jede Tat irgendwo aufgezeichnet ist und vielleicht eines Tages gegen einen selbst verwendet wird. Man durchlebt während des Lesens so unterschiedliche Gefühle, denn das Buch ist grausam, verstörend aber auch unfassbar gewaltig. Und genau deshalb ist es auch so genial. Andreas Eschbach hat mit „NSA“ ein Gedankenspiel erschaffen, das sich nicht realistischer anfühlen könnte, denn er zeigt in diesen knapp 800 Seiten was in unserer Gesellschaft noch alles möglich sein könnte und was hätte sein können, wäre der „Komputer“ schon zu Zeiten Hitlers erfunden worden.Vor allem jedoch das Ende fand ich absolut großartig. Es ist vielleicht nicht das, was sich manche Leser wünschen würden aber für dieses Buch einfach perfekt gewählt. Nichts daran hätte geändert werden dürfen, denn genau so sollte es sein. Ich weiß genau, dass mich dieses Buch noch sehr lange begleiten wird und ich werde immer und immer wieder darüber nachdenken was mit all meinen Daten im Internet so geschehen kann. Ich werde wohl nie vergessen, wie nah wir den Szenarien in dieser Geschichte bereits gekommen sind.Fazit„NSA“ ist ein Buch, das nicht so schnell loslässt und definitiv zum Nachdenken anregt. Es ist grausam und gleichzeitig großartig. Es ist ekelerregend und hat gleichzeitig Momente der Hoffnung. Es fesselt an seine Seiten und man kann kaum davon ablassen. Das Szenario ist nah an unserer eigenen Gesellschaft, auch wenn es in einer anderen Zeit spielt und man kann sich in diesem Gedankenspiel dem Gefühl nicht erwehren, dass all das, was dort passiert, auch in unserer Zeit geschehen kann. „NSA“ ist für alle eine Empfehlung, die gerne Gedankenspiele durchleben und nichts gegen Alternate History haben. Es ist genial geschrieben und fühlt sich zu real an, um wahr zu sein. Ein absolutes Highlight, das ich wirklich nur empfehlen kann.
    more
  • Moni2506
    January 1, 1970
    Mit „NSA – Nationales Sicherheits-Amt“ veröffentlicht Andreas Eschbach einen Roman mit einem interessanten Gedankenexperiment, das den Verlauf der Nazi-Diktatur beeinflussen hätte können. Erschienen ist der Roman Ende September 2018 im Lübbe-Verlag. Weimar, 1942: Computer, Mails, Internet, Mobiltelefone und soziale Medien wurden bereits erfunden und sind fester Bestandteil im Alltag der Menschen. Das Nationale Sicherheits-Amt ist eine Geheimorganisation, die 1942 massiv unter Druck steht und bew Mit „NSA – Nationales Sicherheits-Amt“ veröffentlicht Andreas Eschbach einen Roman mit einem interessanten Gedankenexperiment, das den Verlauf der Nazi-Diktatur beeinflussen hätte können. Erschienen ist der Roman Ende September 2018 im Lübbe-Verlag. Weimar, 1942: Computer, Mails, Internet, Mobiltelefone und soziale Medien wurden bereits erfunden und sind fester Bestandteil im Alltag der Menschen. Das Nationale Sicherheits-Amt ist eine Geheimorganisation, die 1942 massiv unter Druck steht und beweisen muss, dass es kriegsentscheidende Informationen liefern kann. Die Hoffnungen liegen hierbei auf dem ehrgeizigen Analysten Eugen Lettke, der die Möglichkeiten der Überwachung durch die Technik und den Staat auch für persönliche Zwecke nutzt, und auf der sehr begabten Programmiererin Helene Bodenkamp. Sie ist eine vorbildliche deutsche Tochter, doch als die Liebe ihres Lebens von der russischen Front flieht, gerät sie in Konflikt mit der Nazi-Diktatur. Ihr Geliebter muss versteckt werden und Helene ist bereit alle Möglichkeiten zu nutzen, die ihr auf Grund ihrer Anstellung beim NSA zur Verfügung stehen. Alleine der Klappentext dieses Buches konnte mich direkt für sich einnehmen: Was wäre gewesen, wenn Hitler bereits die Möglichkeiten durch das Internet, Computer und soziale Medien gehabt hätte? Gerade in Bezug auf die derzeitige politische Situation in Deutschland und weite Teile Europas eine höchst interessante Fragestellung, die gewisse Erwartungen an das Buch entstehen lassen. Der Schreibstil war dabei größtenteils gut und flüssig zu lesen, auch wenn ich zu Beginn eine kleinere Eingewöhnungsphase benötigte. Genau bestimmen kann ich es nicht, aber ich denke, das dies zum Teil mit der Wortwahl und Schreibung einiger Wörter zusammenhängt. Alles wirkt ein wenig altmodisch. Telefon wird beispielsweise mit ph geschrieben und Computer mit K. Einiges, wie z.B. das Internet wurden umbenannt. So gewöhnungsbedürftig wie dies war, trägt es wiederum deutlich zur Authentizität des Romanes bei. Das Szenario des Buches empfand ich als spannend und gruselig zugleich und ist in diesem Fall definitiv ein erwähnenswerter Faktor. Meine Erwartungen an dieses Buch waren von Anfang an sehr hoch und so hatte ich etwas Angst, dass diese nicht erfüllt werden können. Das war allerdings eine vollkommen unberechtigte Sorge. Ich habe das bekommen, was ich erwartet habe und sogar noch mehr. Mir wurde beim Lesen des Buches zu keinem Zeitpunkt langweilig. Überragend fand ich die Verbindung aus Fakten aus der Zeit der NS-Diktatur mit den Möglichkeiten der modernen Technik und wie wiederum auf diese die Ideologie dieser Zeit übertragen wurde. Hier geht es beispielsweise um Big Data in seiner schlimmsten Ausprägung oder auch das programmieren Frauensache ist. Andreas Eschbach hat diese Idee konsequent zu Ende gedacht. Die Hauptpersonen des Buches könnten unterschiedlicher nicht sein. Helene Bodenkamp ist das kleine graue Mäuschen, das noch zu Hause wohnt und beim NSA programmiert. Klug, aber eher unscheinbar und zu Beginn auch in gewisser Weise unbedarft, da sie gar nicht richtig überblicken kann, zu was ihre Arbeit alles genutzt werden kann. Dies wird ihr erst im Laufe des Buches klar. Mit ihr und ihrer großen Liebe habe ich sehr mitgefiebert und gehofft. Hier geht auch ein großes Lob an den Autor, der sehr geschickt mit den Hoffnungen des Lesers spielt. Eugen Lettke hingegen ist der Inbegriff eines Ariers, der mit der NS-Diktatur nicht unbedingt konform geht, aber das System für seine Zwecke missbraucht. Ich habe ihn gehasst, aber seine Geschichte dennoch fasziniert mitverfolgt. Teilweise hat es mir die Sprache verschlagen zu was diese Person fähig ist. Fazit: Ich bin begeistert von diesem Roman, trotz meiner kleiner Anfangsschwierigkeiten mit dem Schreibstil. Wirkliche Ereignisse der Hitler-Diktatur wurden auf erschreckende Weise mit den Möglichkeiten der modernen Medien verknüpft und konsequent zu Ende geführt. Ich möchte dieses Buch jedem empfehlen, denke aber, dass es am interessantesten ist, wenn man sich auch für die Geschehnisse dieses Geschichtsabschnittes interessiert.
    more
  • Gabis Laberladen
    January 1, 1970
    Darum geht's:Wenn die Nazis schon Computer zur Verfügung gehabt hätten, wenn es Handys, Diskussionsforen und Online-Bezahlmöglichkeiten für die Bevölkerung schon damals gegeben hätte - was hätten die Nazis daraus gemacht? In dieser Welt lebt die Programmiererin - oh Entschuldigung - die Programmstrickerin Helene, die im Nationalen Sicherheitsamt arbeitet und mit ihren Auswertungen dazu beiträgt, die Bevölkerung zu überwachen. Eine glühende Anhängerin des Regimes ist sie nicht und als sie unbemer Darum geht's:Wenn die Nazis schon Computer zur Verfügung gehabt hätten, wenn es Handys, Diskussionsforen und Online-Bezahlmöglichkeiten für die Bevölkerung schon damals gegeben hätte - was hätten die Nazis daraus gemacht? In dieser Welt lebt die Programmiererin - oh Entschuldigung - die Programmstrickerin Helene, die im Nationalen Sicherheitsamt arbeitet und mit ihren Auswertungen dazu beiträgt, die Bevölkerung zu überwachen. Eine glühende Anhängerin des Regimes ist sie nicht und als sie unbemerkt Menschen - und vor allen Dingen den Mann, den sie liebt - vor Entdeckung bewahren kann, tut sie das auch. Ihr Chef Eugen Lettke kocht ebenfalls sein eigenes Süppchen, allerdings nicht zum Wohle der Menschen, sondern weil er damit seine Rachepläne umsetzen will. Helene wird dabei unfreiwillig zu seiner Helferin.Meine Meinung dazu gibt’s hier
    more
  • Callibso
    January 1, 1970
    Uff, am Ende konnte ich kaum aufhören.Das muss sich erst einmal setzen...Ich fand nicht alles vor allem in der ersten Hälfte so geglückt,deshalb bin ich noch nicht sicher, ob es 5 Sterne werden,aber eine Leseempfehlung ist es auf jeden Fall
  • reherrma
    January 1, 1970
    Wow, was für ein Buch ! Verbunden mit einem unvergesslichen Ende ist das bestimmt der Höhepunkt in Eschbachs bisherigen Schaffen.Wie kann ich diesen Roman beschreiben ? - Schwierig !1. Eine Alternate HistoryDer evolutionäre Sprungpunkt der Alternate History ist die Tatsache, dass Charles Babbage im Jahre 1851 seine analytische Maschine (ein mit Dampfkraft und Lochkarten betriebener Computer) fertigstellen konnte (und nicht, wie in Wirklichkeit am Ende daran zu scheitern). Dadurch wurde die Entwi Wow, was für ein Buch ! Verbunden mit einem unvergesslichen Ende ist das bestimmt der Höhepunkt in Eschbachs bisherigen Schaffen.Wie kann ich diesen Roman beschreiben ? - Schwierig !1. Eine Alternate HistoryDer evolutionäre Sprungpunkt der Alternate History ist die Tatsache, dass Charles Babbage im Jahre 1851 seine analytische Maschine (ein mit Dampfkraft und Lochkarten betriebener Computer) fertigstellen konnte (und nicht, wie in Wirklichkeit am Ende daran zu scheitern). Dadurch wurde die Entwicklung der Informationsverarbeitung drastisch vorangetrieben und mehr als 50 Jahre vor der Realzeit entwickelt. Warum aber ausgerechnet Deutschland führend in der IT-Technologie wurde, dies wurde m.E. nicht so richtig ausgearbeitet, war aber auch nicht so wichtig, denn Eschbachs Dystopie kreist um die Zeit der Naziherrschaft zwischen 1933 und 1945 mit der Technologie des Internets, Mobiltelefonen und Soziale Medien, eine alternative Zeitgeschichte, die an Schrecken kaum zu überbieten ist.2. Bescheibung einer beklemmenden DystopieNach der Machtergreifung werden alle Dinge umgesetzt, die auch heute schon möglich sind, die Überwachung aller Medien, die Post, die Telefone, durch die Abschaffung des Bargelds wird eine alles durchdringende Überwachung möglich. Eschbach schildert in diesem Zusammenhang eindringlich und erschütternd, wie es mit diesen Mitteln möglich ist, in Deutschland und den überfallenen Gebieten, geflüchtete Juden und Regime-Kritiker aufzufinden, mit Mitteln der Überwachung. Die NSA, das Nationale Sicherheits-Amt, ist eine Behörde, die es schon in der Kaiserzeit gab. Die Mitarbeiter sind deshalb darauf erpicht, durch erfolgreiche Spionage-Aktionen die Nazis für sich einzunehmen, gleich am Anfang des Buches wird die Familie von Anne Frank in Amsterdam gefasst durch erfolgreiche Datenabfragen, besonders tragisch, durch eine der beiden Haupt-Protagonisten; Helene Bodenkamp, die selbst zu diesem Zeitpunkt einen Deserteur vor den Nazis versteckt.In diesem Zusammenhang ist es besonders beeindruckend, wie erschreckend einfach es ist, die Entwicklung und Nutzung der technischen Möglichkeiten des NSA auf unsere heutige Gesellschaft zu übertragen, insbesondere dann, weil die (amerikanische) NSA genau dieser Sammelwut unterliegt wie diese fiktive NSA.3. Beschreibung der IT-Revolution innerhalb einer unbarmherzigen DiktaturEschbach überspitzt in diesem Szenario bewußt die erschreckenden Möglichkeiten, die eine Diktatur mit diesen Daten anfangen würde, bei dem die Nutzer freiwillig mittels Smartphone-Apps, Sportarmbändern und in den sozialen Medien ihre Daten abgeben. Andere werden generell erfasst wie zum Beispiel durch den Einbau elektronischer Stromzähler, welche die Verbrauchsdaten automatisch übermitteln. Problematisch sind die Daten auf den ersten Blick nicht. Was aber, wenn damit Abfragen gemacht werden, mit denen keiner gerechnet hat? Was aber, wenn automatisierte Programme über die Daten laufen und die falschen Schlüsse ziehen? Wer entscheidet dann noch? In "NSA" hat dies m.E. die schlimmstmögliche Auswirkung genommen, insbesondere weil zum Schluss noch die Möglichkeit einer künstlichen Intelligenz hinzukommt.4. eindrückliche ProtagonistenMit Helene Bodenkamp und Eugen Lettke zeichnet Eschbach zwei Protagonisten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Lettke ist ein schmieriger, aufgeblasener Sadist, der unter der Fuchtel seiner Mutter steht und seine Machtfantasien mit perfiden Erpressungen auslebt. Helene ist etwas verhuscht, hochintelligent und weiß ziemlich genau, was sie will. Vor allem niemals in die Fußstapfen ihres erfolgreichen Vaters treten. Beide Eltern sind im Nationalsozialismus verankert. Helenes Vater hat sich als Rassenforscher sogar mit dem Ariertest einen Namen gemacht. Doch wo Helene immer wieder Zweifel bekommt, ist Lettke opportunistisch und folgt den Nazis, von seiner arischen Abstammung überzeugt... Mit diesen beiden Handlungsträgern, schafft es Eschbach genial, diese vielschichtige Handlung bis in das schreckliche Finale zu schlildern.5. die deutsche AtombombeDurch den Einbruch in die amerikanischen Datennetze gelingt es dem NSA die Pläne der Atombombe zu entwenden, kurz bevor das Manhattan-Projekt gestartet wurde.Die Deutschen entwickeln danach in einer Blitzaktion die Atombombe und beenden nach dem Abwurf über London und Moskau den Krieg...Dies ist die einzige Kritik an dem Buch den ich hier machen muss. Denn, wie es auch im Buch geschildert wurde, wußten die deutschen Physiker, Hahn, Heißenberg, von Weizsäcker u.v.m) von der Möglichkeit, eine Atombombe zu bauen. Sie haben das aber nicht verheimlicht, sondern bauten auf die Tatsache, dass eine Anreicherung von Uran oder Plutonium, aus der damaligen Sicht weder möglich noch wünschenswert wäre. Deshalb hat das deutsche Militär Abstand von dem Bau genommen. Im Buch wurde angedeutet, dass Hitler diese Menschen gezwungen hat, die Bombe zu bauen. Ich denke aber nicht, dass diese honorigen Herren sich dazu herabgelassen hätten, es wäre auch nicht möglich gewesen, die Anreicherung in Deutschland durchzuführen, nur die unendlichen Mittel der USA waren damals in der Lage, in Rekordzeit soviel zu erzeugen, dass es für drei Bomben reichte. Man kann sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, hätte der Krieg in Europa noch drei Monate länger gedauert. Die Bombe wurde gegen die Deutschen entwickelt, weil die Physikerkollegen in Amerika gedacht haben, die Deutschen bauen an der Bombe... durch das vorzeitige Ende des Krieges in Europa wurde die Bombe gegen die Japaner eingesetzt; mit verheerenden Folgen...6. ein grandioses, hoffnungsloses Ende (mit einem klitzekleinen Licht in der DunkelheitDer Schluss des Romans ist alleine 5 Sterne wert; in der Reihe der guten bis sehr guten Roman-Enden von Andreas Eschbach stellt er hier einen einsamen Höhepunkt an. Wer nicht nach der Lektüre zutiefst erschüttert ist, dem kann ich nur noch bedauern...
    more
  • Kaya Kobold
    January 1, 1970
    Ein "Katja Riemann Erinnerungsstern (Sommer in Lesmona) ", einer fürs Thema, einen für den Gag kinderloser Lebensborn und einen für mein Kopfkino. Ich habe mir den Schluss wesentlich ekliger ausgemalt. War jetzt garnicht so. Klar, man hätte Helene etwas mehr Liebe gewünscht. Aber warum?
    more
  • Gernot1610
    January 1, 1970
    Bewertung folgt.
  • Ascari Vau
    January 1, 1970
    Bereits das Cover zu Andreas Eschbachs neuem Roman machte mich sofort neugierig. Das prominent platzierte Auge mit dem in Fraktur gesetzten Titel darunter – da konnte ich einfach nicht anders, als mir das Buch genauer anzusehen.Und auch der Klappentext lies in mir alle Sirenen aufheulen, endlich mal wieder ein Buch, das so ganz genau vom Thema her meine Kragenweite ist <3 <3. Leider ist das Genre “Alternate History” bei uns ja leider kaum vertreten, dabei finde ich es so unheimlich spannen Bereits das Cover zu Andreas Eschbachs neuem Roman machte mich sofort neugierig. Das prominent platzierte Auge mit dem in Fraktur gesetzten Titel darunter – da konnte ich einfach nicht anders, als mir das Buch genauer anzusehen.Und auch der Klappentext lies in mir alle Sirenen aufheulen, endlich mal wieder ein Buch, das so ganz genau vom Thema her meine Kragenweite ist <3 <3. Leider ist das Genre “Alternate History” bei uns ja leider kaum vertreten, dabei finde ich es so unheimlich spannend zu sehen, wie Geschichte sich hätte entwickeln können, wenn nur eine Sache anders passiert wäre …Für diejenigen unter euch, die das Buch noch lesen wollen: Es ist eine Rezension mit gewissen Spoilern, also aufpassen!Der Klappentext:Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im Nationalen Sicherheits-Amt und entwickelt dort Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sie nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet …Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien – und deren totale Überwachung?Meine Meinung:Da ich mich dieses Jahr vermehrt dem Thema “Drittes Reich” widme, ist es nicht ausgeblieben, dass ich mir genau diese Frage, die hier im Klappentext angerissen wird, bereits mehrmals gestellt habe … Was wäre, wenn die Technologie von heute sich mit der Geschichte von damals vermischen würde? Andreas Eschbach widmet sich der Frage auf diese Antwort ziemlich ausführlich, aber das Buch braucht die Seitenzahl tatsächlich, um sich in seiner ganzen Bandbreite zu entfalten.Dabei geht Eschbach einen sehr interessanten Weg, denn er steigt in seine Geschichte im Jahr 1942 ein, in das Jahr, in dem der Zweite Weltkrieg, so wir wie ihn kennen, an einem Wendepunkt gestanden hat. Stalingrad ist bekannt dafür, dass die deutsche Armee nicht so unbesiegbar, wie es zunächst den Anschein hatte.Aber was wäre, wenn die Komputer-Technologie (Ich schreibe das Wort übrigens jetzt absichtlich mit K, denn der ganze Roman kennt so gut wie keine Anglizismen, dafür aber jede Menge deutsche Ausdrücke, die anstelle von Handy, E-Mail, Cloud-Speicher etc. verwendet werden) bereits schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts angefangen hätte sich zu entwickeln? Was wäre, wenn es ein Weltnetz bereits schon vor 1939 gegeben hätte?Ich kann hier gar nicht anders, als meinen Hut zu ziehen, denn Eschbach verwebt die tatsächliche Geschichte mit seiner eigenen Version so geschickt, dass einem als unbedarftem Leser wahrscheinlich gar nicht alles auffällt. Hier und da tauchen Personen auf, die es wirklich gegeben hat (sowohl auf Seiten der Nazis als auch auf Seiten der Opfer), gerade die bekannten Namen sagen einem selbstverständlich etwas. Aber wo die Grenze zwischen erfundenen und echten Figuren zu ziehen ist, muss ich wohl noch einmal in Ruhe nachrecherchieren.Auch den Aufbau des Buchs halte ich für sehr gelungen, denn Eschbach steigt mehr oder weniger mit einem Knalleffekt in sein Buch ein, einem Ereignis, das einem bereits nach den ersten Seiten ein Schaudern über den Rücken jagt. Danach gibt es einen großen Schwenk in die 30er Jahre, wo Eschbach den Leser Hitlers Aufstieg an die Macht durch die Augen seiner zwei Protagonisten Helene Bodenkamp und Eugen Lettke sehen lässt.Helene und Eugen sind dabei sehr konträr: Helene selbst ist eher der Typ graue Maus, aber sehr intelligent, die nach und nach anfängt, ihr Leben selbst zu bestimmen (soweit das Regime es zulässt), während Eugen einen ziemlich miesen Charakter hat, der nur auf seinen Vorteil und auf sich selbst bedacht ist.Trotzdem braucht es in meinen Augen diese beiden Figuren gleichermaßen, um mitzuerleben, wie das Regime nach und nach seine unheilvolle Macht entfesselt. In einem Land, wo es kein Bargeld mehr gibt, jede finanzielle Transaktion, jeder Anruf, jede Position eines “tragbaren Telephons”, jede Gesundheitsakte in den Datensilos des Staates bzw. der NSA gespeichert ist, gibt es keine Privatsphäre mehr. Bereits der Buchauftakt zeigt anschaulich, wie Big Data – das Verknüpfen von Informationen – dazu missbraucht wird, um Personen aufzustöbern, die von den Nazis nicht gefunden werden wollen.Und dabei bleibt es nicht, der Autor gönnt dem Leser eigentlich nur kurze Verschnaufpausen, bis er weitere technische Entwicklungen – und damit weiteres Grauen – aus dem Ärmel zieht. Entwicklungen, die auch in der heutigen Zeit kontroversiell diskutiert werden und die häufig Gegenstand von dystopischen Romanen sind (Mehr verrate ich jetzt absichtlich nicht, sonst wäre es doch ein zu starker Spoiler).Alles Dinge, die mich auch zu dem Schluss kommen haben lassen, dass Eschbach bewusst eine Parallele zur Gegenwart zieht. Ganz bewusst darauf hinweist, was heute passieren kann (und wird), wenn rechte Gesinnungen an die Macht kommen und über diese Mengen an Daten, die bereits existieren, nach Belieben verfügen können. Jeder, aber auch wirklich jeder hat irgendein Geheimnis, mit dem er sehr einfach erpressbar wird …Je weiter das Buch fortschreitet, desto intensiver wird in meinen Augen diese Erfahrung. Es fühlt sich an wie ein Auto, das langsam anrollt und immer schneller wird, und wo man mitfahren muss, ob man will oder nicht, obwohl man sich fragt, ob man es überleben wird …Es reißt einen beim Lesen in einen sehr heftigen Strudel aus Gefühlen, das Buch ist grausam, verstörend, gewaltig – und gerade deswegen so verdammt gut! Denn Eschbach schont den Leser nicht, führt ihn kompromisslos bis ans Ende der Geschichte. Ein Ende, das mich mit so vielen widersprüchlichen Gefühlen zurückgelassen hat, dass ich erst mal gar nicht anders konnte, als eine Pause bis zum nächsten Buch einzulegen, um dieses Szenario zu verdauen.Wer mich kennt, weiß, dass ich fünf Sterne Empfehlungen nicht sehr häufig ausspreche und noch viel seltener das Prädikat “Highlight” vergebe, aber dieses Buch verdient es. Gewiss, es ist Unterhaltung, aber die Botschaft ist eindeutig: “NSA” ist eine eindringliche Warnung davor, was passieren kann, wenn Daten, die wir bewusst oder unbewusst zur Verfügung gestellt haben, gegen uns verwendet werden …Mein Fazit:“NSA” ist vordergründig ein Gedankenspiel, aber gleichzeitig auch eines, was unter den gegebenen politischen Umständen erschreckend realistisch ist. Dieses Buch weckt jede Menge Emotionen beim Lesen, es wühlt auf, es verstört – aber gerade deswegen ist es wertvoll! Daher absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung!!
    more
  • Nils
    January 1, 1970
    Ok, Eschbach hat es endlich mal wieder geschafft, an eine Billion Dollar heran zu kommen. Ja, es vielleicht sogar zu übertreffen. Chapeau! Und: Was für ein Ende... *schüttel*
  • Klaus Varias
    January 1, 1970
    Das ist das schimmstmögliche Ende das ich jemals gelesen habe. Ich bin deprimiert.
  • Krimisofa.com
    January 1, 1970
    Ich bin kein Freund von übermäßig dicken Büchern, allem was über fünfhundert Seiten hat, trete ich skeptisch gegenüber – vor allem, wenn ich den Autor nicht kenne. Bei Andreas Eschbach kommt erschwerend dazu, dass ich das eine Buch, das ich von ihm gelesen habe - „Eine Billion Dollar“ - knallhart abgebrochen habe. Nur wusste ich das nicht mehr, als ich über „NSA“ stieß, auch von der Seitenanzahl erfuhr ich erst, nachdem ich um ein Rezensionsexemplar (Lübbe hat das Buch in einem Newsletter vorges Ich bin kein Freund von übermäßig dicken Büchern, allem was über fünfhundert Seiten hat, trete ich skeptisch gegenüber – vor allem, wenn ich den Autor nicht kenne. Bei Andreas Eschbach kommt erschwerend dazu, dass ich das eine Buch, das ich von ihm gelesen habe - „Eine Billion Dollar“ - knallhart abgebrochen habe. Nur wusste ich das nicht mehr, als ich über „NSA“ stieß, auch von der Seitenanzahl erfuhr ich erst, nachdem ich um ein Rezensionsexemplar (Lübbe hat das Buch in einem Newsletter vorgestellt) gebeten habe. Aber das Cover hat etwas ausgestrahlt, das mich angezogen hat. Ursprünglich hatte ich zwei Wochen zum Lesen des Buches eingeplant – nach etwas mehr als einer war ich fertig.Helene ist die Protagonistin, Eugen, den wir ebenfalls im Buch begleiten, ist eher Antagonist. Der Fokus liegt aber eher bei Helene, die seit ihrer Kindheit eine Faszination für Komputer (ja, Computer mit K) hegt, weswegen sie Programmiererin – oder Programmstrickerin, wie der Beruf im Buch auch genannt wird – wird. Sie wird eine der besten im deutschen Reich, weshalb sie nach dem Schulabschluss direkt einen Elektrobrief (vulgo: E-Mail) vom Nationalen Sicherheits-Amt bekommt, einem Geheimdienst, der so geheim ist, dass ihn nahezu keiner kennt. Irgendwann lernt sie einen Mann kennen, obwohl sie nicht mehr damit gerechnet hätte, dass so etwas jemals passiert – Helene ist nicht sonderlich schön und wirkt eher wie eine graue Maus. Der Mann ist allerdings Deserteur, was die Sache ziemlich kompliziert macht.Eugen Lettke ist der Sohn eines Kriegshelden, was ihm einen UK-Status beschehrt. Das hat nichts mit dem Vereinigten Königreich zu tun, sondern ist die Abkürzung für „unabkömmlich“ - Lettke muss also nicht an die Front und für das deutsche Reich in den Krieg ziehen. Hinzu kommt, dass er einen Arier-Status von AAA hat, er ist also ein Vorzeige-Arier – groß, blond, blauäugig. Aber der Krieg interessiert ihn ohnehin nicht; bei der NSDAP ist er vermutlich auch nur, um einen sicheren Job zu haben – und das hat er, denn er arbeitet ebenfalls beim NSA. Und da kann er alle Frauen ausfindig machen, die bei seiner Schmach damals dabei waren und kann sie denunzieren, wenn sie sich ihm nicht hingeben – die Frauen sind also im doppelten Sinne gefickt.Es ist schon ein verdammt interessantes Setting, das uns Eschbach hier bietet. Die Nazis aus dem Jahr 1942 mit Hitler, Himmler und Mengele, verbunden mit der Technologie des 21. Jahrhundert. Handy, Internet und Computer. Es ist zwar ein rudimentäres Internet, wo es im deutschen Raum nur ein deutsches Forum gibt und in den USA nur ein amerikanisches Forum, und das Internet heißt auch nicht Internet, sondern Weltnetz – natürlich, Nazis lassen nur deutsche Begriffe zu. Aber überwachen kann man alle, denn jeder hat eine Bürgernummer und das Bargeld wird bald nachdem die Nazis an die Macht kommen abgeschafft. Diese Aspekte – das dritte Reich und der Überwachungsstaat – haben mir das Buch schmackhaft gemacht. Dass das Buch achthundert Seiten hat, war mir innerhalb kürzester Zeit völlig egal, es hätten auch gerne mehr sein können, stellenweise habe ich mich komplett in der Geschichte verloren.Auch dass Eschbach den zwei Hauptcharakteren fast gleich viel Raum in der Geschichte gibt – Helene bekommt dann doch etwas mehr –, ist gut so, auch wenn sich Lettke recht bald als Psycho erweist, der nur einen hochkriegt, wenn sein Erpressungsopfer vor Angst mit den Knien schlottert. Bei Helene bekommt man dazu ihre ganze Biographie geliefert; ihre Verbundenheit mit ihrem Onkel, ihre Freundschaft mit Ruth, die irgendwann weg ist, weil sie jüdische Vorfahren hat; die Beziehung zu ihren Eltern, die – im Gegensatz zu ihr und ihrem Onkel – klare Befürworter von Hitler sind und etliches mehr. Bei Lettke bekommt man vergleichsweise wenig mit – einzig sein aufkeimendes Interesse für das Ausspionieren in der Jugend bzw. die Beziehung zu seiner Mutter hat hier Relevanz.Wenn ich das Buch an einem Genre festmachen müsste, würde ich allerdings daran scheitern. Es ist weder Krimi noch Thriller und streng genommen ist das Krimisofa der falsche Platz für dieses Buch – aber man muss auch mal über den Tellerrand blicken. Ich habe bei „NSA“ eine Dystopie, Science Fiction, eine historische Geschichte, einen Liebesroman und dann doch auch ein paar Elemente, die man in jedem Thriller findet, vorgefunden. Insgesamt ist es aber einfach ein verdammt gutes Buch mit einer verdammt guten Idee.Nicht so gut fand ich allerdings, dass Eschbach Eugen Lettke quasi nur auf männliche Stereotypen reduziert, der offenbar keine Gefühle hat, während Helene ein facettenreicher Charakter mit so einigen Gefühlen ist. Außerdem hat es mich jedes mal geschüttelt, als vom Ersten Weltkrieg die Rede ist, der im Buch von 1914 bis 1917 ging. Eschbach würde vermutlich argumentieren, dass das seine Version der Geschichte ist – faktisch ist es aber einfach falsch. Zwischendurch hat das Buch auch gerne mal ein paar Längen, vor allem wenn es technisch wird. Die Stellen habe ich gerne überflogen.Tl;dr: „NSA“ von Andreas Eschbach ist ein facettenreicher Roman mit vielen verschiedenen Genres und einer irre guten Geschichte mit zwei Hauptcharakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Bei Eugen Lettke bedient sich Eschbach aber etwas zu sehr bei männlichen Stereotypen und zwischendurch hat die Geschichte auch ihre Längen.
    more
  • Tina *KillMonotony* Wagner
    January 1, 1970
    Spannend und doch ein wenig schauderhaft erzählt Andreas Eschbach davon, wie der zweite Weltkrieg verlaufen wäre, wenn es den Computer und das Internet bereits damals gegeben hätte.Nachdem ich den Klappentext zu Andreas Eschbachs „NSA“ gelesen hatte, war ich neugierig. Als ich dann ein wenig weiterscrollte und sah, dass das Buch knapp 800 Seiten dick ist, bin ich erst einmal zurückgeschreckt. Glücklicherweise habe ich mich trotz der Seitenzahl dazu entschlossen, „NSA“ zu lesen, denn es war spann Spannend und doch ein wenig schauderhaft erzählt Andreas Eschbach davon, wie der zweite Weltkrieg verlaufen wäre, wenn es den Computer und das Internet bereits damals gegeben hätte.Nachdem ich den Klappentext zu Andreas Eschbachs „NSA“ gelesen hatte, war ich neugierig. Als ich dann ein wenig weiterscrollte und sah, dass das Buch knapp 800 Seiten dick ist, bin ich erst einmal zurückgeschreckt. Glücklicherweise habe ich mich trotz der Seitenzahl dazu entschlossen, „NSA“ zu lesen, denn es war spannend bis zur letzten Seite! Es geht um Helene und Eugen, die nach dem ersten Weltkrieg aufwachsen und bereits in der Schule zu spüren bekommen, wie sich Hitler mit seinem Regime langsam an die Macht gelangt. Es beginnt damit, dass die jüdischen Kinder im Unterricht alle hinten sitzen und Rassenkunde Einzug in den Stundenplan hält — und nach und nach alle Juden aus der Umgebung verschwinden. Lettke (Eugen wird stets mit seinem Nachnamen angesprochen) arbeitet mittlerweile beim NSA, dem Nationalen Sicherheits-Amt, und findet Freude daran, Frauen zu vergewaltigen. Durch seine Arbeit mit den Datensätzen des ganzen Reichs durchsucht er die Foren nach regimefeindlichen Äußerungen, sucht diese Frauen dann auf und bietet die Löschung der Daten im Austausch gegen eine „kleine Gefälligkeit“. Währenddessen beginnt Helene sich, für das Programmstricken zu interessieren, eine richtige „Frauenarbeit“, die das Bedienen der Komputer Deutschlands vereinfacht. Da sie ein richtiges Talent hat, wird sie nach ihrer Matura kurzerhand vom NSA eingestellt und hilft nun dabei, Programme zu „stricken“, die versteckte Juden auffinden können. Das kommt ihr ein wenig ungelegen, da sie selbst ihren Geliebten, einen Kriegsflüchtling, im Bauernhof ihrer besten Freundin versteckt. Und so setzt sie alles daran, die Programme so anzupassen, dass der Bauernhof bloß nicht in den Ergebnissen auftaucht. Doch als ihr Lettke an die Seite gestellt wird und die beiden eine furchtbare Entdeckung in den Datenbanken der Amerikaner machen, verkomplizieren sich die Dinge…"Das deutsche Volk ist krank an der Seele und muss gesunden […]."Von Andreas Eschbach habe ich zwar einige Titel im Schrank stehen, aber noch keines gelesen – bis auf „NSA“ jetzt. Und trotz der 800 Seiten, die mich sonst auf Sicherheitsabstand gehalten hätten, bin ich wirklich froh, dass die alternative Geschichte des zweiten Weltkriegs mit ihren „Komputern“, dem Deutschen Forum und den Programmstrickerinnen in meine Welt gelassen habe. Durch die 800 Seiten hat der Autor hier die Möglichkeit, die Geschichte um Lettke und Helene weit zu spinnen und hält so nicht nur einen kurzen Lebensabschnitt beider Charaktere fest, sondern direkt einige Jahre. Als Leser ist man quasi live dabei, wie das Dritte Reich seine schaurige Macht entfaltet und das Leben der Protagonisten und ihrem Umfeld direkt tangiert. Doch obwohl der Krieg wütet, war ich erstaunt, wie wenig direkten Kontakt Helene und Lettke damit hatten – sie erledigen Einkäufe und besuchen ihre Freunde, wobei letzteres bei Lettke durch die „Besuche“ bei seinen Opfern ersetzt wird, denn wirkliche Freunde hat er nicht. Als er schließlich an Daten zu gelangen versucht, zu denen er eigentlich keinen Zugriff hat, sieht er sich gezwungen, das Programmstricken zu erlernen. Doch das rosane, blümchenbesetzte (Achtung Klischee!) Lehrbuch dazu widert ihn an und so bittet er seine Kollegin Helene, ihm heimlich diese „Frauenarbeit“ beizubringen. (Nicht ohne sie vorher erpressbar zu machen.)Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/esc...
    more
  • Nicigirl85
    January 1, 1970
    Titel: Er sieht alles...Von Andreas Eschbach habe ich bisher ausschließlich Jugendbücher gelesen, die mir richtig gut gefielen. Bei dem vorliegenden Buch war es einfach das Thema, was mich aufmerksam werden ließ. Meine Erwartungen waren groß, wurden jedoch um Längen übertroffen. Ehrlich gesagt bin ich nach der Lektüre immer noch sprachlos und völlig geflasht, daher fällt es mir fast schon schwer hier die richtigen Worte zu finden. In der Geschichte geht es um die Programmiererin Helene, die im A Titel: Er sieht alles...Von Andreas Eschbach habe ich bisher ausschließlich Jugendbücher gelesen, die mir richtig gut gefielen. Bei dem vorliegenden Buch war es einfach das Thema, was mich aufmerksam werden ließ. Meine Erwartungen waren groß, wurden jedoch um Längen übertroffen. Ehrlich gesagt bin ich nach der Lektüre immer noch sprachlos und völlig geflasht, daher fällt es mir fast schon schwer hier die richtigen Worte zu finden. In der Geschichte geht es um die Programmiererin Helene, die im Amt für Nationale Sicherheit arbeitet. Dieses Amt überwacht jeden Bürger. Doch dann verliebt sich Helene in den Falschen, einen Deserteur, dessen Leben in Gefahr ist. Für welchen Weg wird sie sich entscheiden? Für die Liebe oder dafür eine treue Deutsche zu sein? Das Besondere an dem Setting des Buches ist wohl, dass wir hier in eine reale Vergangenheit eintauchen, die mit Fiktion verwoben ist, denn hier gibt es bereits Smartphones und Computer. Richtig gut gefallen hat mir, dass sich der Autor auch sprachlich in dieser Zeit anders bewegt, denn aus Büro wird Bureau, aus Telefon wird Telephon, aus Computer wird Komputer usw. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Protagonisten Eugen Lettke und Helene Bodenkamp. Beide arbeiten sie im Nationalen Sicherheitsamt, sie als Programmiererin, er als Analyst und Computerspezialist. Wir lernen beide Figuren als Kinder und Jugendliche kennen und erleben erst später wie sie in die Arbeitswelt eintreten. Besonders Eugen hat mir immer wieder eine Gänsehaut verschafft, denn er ist eine dunkle Persönlichkeit wie sie im Buche steht. Er ist der Sohn eines Kriegshelden und begibt sich nach einem Ereignis aus seiner Jugend auf einen persönlichen Rachefeldzug, wodurch uns als Leser erst bewusst wird, was für Auswirkungen es hat mittels Smartphone unter Dauerüberwachung zu stehen. Lettke war mir von der ersten Seite an unsympathisch und ich habe ihm so manches Mal die Pest an den Hals gewünscht. Er ist einfach die perfekte Figur, an der man sich aufreiben, sprich darüber aufregen kann. Seine Entwicklung war schlichtweg dem Bösen entgegen. Helene hingegen mochte ich direkt gern, einfach weil ich mich sofort mit ihr identifizieren konnte, weil wir so unglaublich viel gemeinsam haben. Ihre ständigen Selbstzweifel mögen den ein oder anderen Leser lästig sein, ich hingegen empfand es als absolut realistisch. Zudem macht Helene im Verlauf der Geschichte eine unglaubliche Verwandlung durch von der naiven Programmstrickerin, die schlicht nur Befehle ausführt bis hin zur kleinen Rebellin. Alle Höhen und Tiefen, die Helene nehmen muss, lassen einem als Leser das Herz höher schlagen. Auch ihre kleine Liebelei zu einem Fahnenflüchtigen hat mein Herz tief berührt. Alle Nebenfiguren sind ebenfalls gut gezeichnet und bieten für jeden Leser Persönlichkeiten, denen man sich nahe fühlt. Mein Highlight hier war ganz klar Cäcilia Schmettenberg.Richtig gut fand ich, dass auch zahlreiche real existierende Persönlichkeiten wie die Geschwister Scholl und ähnliche ihre Auftritte im Buch haben. Zum Ende des Romans hin zieht die Spannung nochmal richtig an und man kann einfach nicht mehr aufhören mit der Lektüre eh dann am Ende der ganz große Knall kommt und man als Leser nur denkt: Bitte was? Ich habe das Buch abends um 22 Uhr beendet und konnte danach nicht mehr schlafen, weil mir danach so viele Fragen durch den Kopf gingen. Selten hat es eine Geschichte geschafft mich so sehr zu fesseln und dass ich auch wenn ich mal nicht gelesen habe dauernd an die Handlung und die Figuren denken musste. Auch passiert es mir eher selten, dass ich dauernd über meine aktuelle Lektüre reden muss. Als Leser bekommt man Liebe, Intrigen, jede Menge Gänsehautmomente und vor allem ordentlich Stoff zum Nachdenken. Fazit: Ein Buch das seinesgleichen sucht und sehr deutlicch macht, was das digitale Zeitalter für einen parat hält. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen, da es mich restlos begeistert hat. Für mich ein Must- Read im Lesejahr 2018 und mein neues Lieblingsbuch. Absolute Spitzenklasse!
    more
  • Nadine
    January 1, 1970
    Nachdem mir „Ausgebrannt“ von Andreas Eschbach so gut gefallen hat, durfte ich mir „NSA“ nicht entgehen lassen. Wie bei dem vorgenannten Buch könnte ich dieses auch kaum aus der Hand legen. Andreas Eschbach beschreibt eine Welt, in der zur Zeit Hitlers Komputer und Telephone, die die Menschen auf Schritt und Tritt überwachen, Gang und Gäbe sind. Wie das ganze ausgeht, kann man sich vermutlich ausmalen. Die Hauptcharaktere sind Helene Bodenkamp, die ihren heimlichen Geliebten beschützen möchte un Nachdem mir „Ausgebrannt“ von Andreas Eschbach so gut gefallen hat, durfte ich mir „NSA“ nicht entgehen lassen. Wie bei dem vorgenannten Buch könnte ich dieses auch kaum aus der Hand legen. Andreas Eschbach beschreibt eine Welt, in der zur Zeit Hitlers Komputer und Telephone, die die Menschen auf Schritt und Tritt überwachen, Gang und Gäbe sind. Wie das ganze ausgeht, kann man sich vermutlich ausmalen. Die Hauptcharaktere sind Helene Bodenkamp, die ihren heimlichen Geliebten beschützen möchte und Eugen Lettke, der sich einiger widerwärtiger Dinge schuldig macht. Anfangs fand ich Helene ziemlich naiv, aber im Laufe des Buches hat sich das gelegt. Sie ist ein schlaues Köpfchen und bekommt auch im Laufe der Zeit eine Ahnung, wie es im Deutschen Reich so läuft. Eugen Lettke dagegen hat mich vor Schwierigkeiten gestellt. Einerseits fand ich ihn widerlich, andererseits tat er mir leid. Auf den 800 Seiten kam die Spannung nie zu kurz. Sobald man sich in Sicherheit wiegte, ist wieder etwas vorgefallen. Das einzige, was den ein oder anderen langweilen könnte, ist die Einstreuung von Abfragen aus dem Komputersystem, die sehr an Excel erinnern. Gut gefallen hat mir die Anlehnung an die alte Rechtschreibung und Ausdrucksweise. Worte wie Bureau, Fräulein und die oben schon genannten Komputer und Telephon haben den Leser immer wieder in die Zeit zurück gebracht, in der das Buch spielt. „NSA“ ist für mich rundum gelungen und zeichnet ein sehr realistisches Bild von dem, was hätte kommen können und was heutzutage schon zu einem großen Teil da ist. Sehr empfehlenswert!
    more
  • Geli
    January 1, 1970
    Wow, was für ein Buch! Andreas Eschbach ist eigentlich kein Autor, zu dem ich automatisch greifen würde, doch das Thema hat mich einfach interessiert und ich wurde nicht enttäuscht. Die Idee, was gewesen wäre, wenn Hitler bereits Komputer gehabt hätte, ist grandios umgesetzt, Der gesamte Roman hatte für mich trotz des Umfangs kaum Längen und selbst die Hintergründe des Programmstricken fand ich sehr spannend. Durch die Eindeutschung fremdsprachlicher Begriffe wie Komputer oder elektronische Post Wow, was für ein Buch! Andreas Eschbach ist eigentlich kein Autor, zu dem ich automatisch greifen würde, doch das Thema hat mich einfach interessiert und ich wurde nicht enttäuscht. Die Idee, was gewesen wäre, wenn Hitler bereits Komputer gehabt hätte, ist grandios umgesetzt, Der gesamte Roman hatte für mich trotz des Umfangs kaum Längen und selbst die Hintergründe des Programmstricken fand ich sehr spannend. Durch die Eindeutschung fremdsprachlicher Begriffe wie Komputer oder elektronische Post wirkt es authentisch. Die beiden Protagonisten Eugen und Helene, aus deren Sicht die Geschicte abwechselnd geschildert wird, sind sehr unterschiedlich, Helene mochte ich sehr gern und war begeistert, wie positiv sie sich entwickelt hat und wie nachvollziehbar sie gedacht und gehandelt hat, Eugen dagegen ist einfach nur egoistisch und auf seinen Vorteil bedacht. Die beiden Stellen stellen ein rundes Bild von der guten und der schlechten Seite der Menschen dar. Eine erschreckende und faszinierende Geschichte, bei der man froh sein kann, dass sie nur Fiktion ist, doch andererseits muss man umso mehr feststellen, dass ein Krieg in der heutigen Zeit mit den im Roman geschilderten Mitteln bereits entschieden wäre. Mir wurde bewusst, wie sehr wir heute auf unsere Daten achten müssen anstatt sie noch freiwillig mit Rabattkarten und sozialen Medien freizugeben, vor allem, wenn eine Regierung diese Daten bekäme.Für mich eine absolute Leseempfehlung, ich hab das Buch nur so verschlungen.
    more
  • Kirsten
    January 1, 1970
    Sprachlos...! Ich will nur heulen und gleichzeitig dankbar beten, dass es nie so weit gekommen ist!!!!! WIE KRANK IST DAS ENDE BITTE?!?! Das macht mich ganz fertig... das ist echt das erste Mal seit Langem, dass mich ein Buch so traurig macht, dass mir der Appetit vergeht. :( Das schaffen sonst nur Tatsachen-/ Erfahrungsberichte. MMn ein wichtiges Buch, eine Warnung!
    more
  • Jenny Eulenmatz
    January 1, 1970
    Uff, der Wahnsinn diese Geschichte! Das muss ich auch erstmal sacken lassen. Das Ende werde ich so schnell nicht vergessen.
  • Isabella
    January 1, 1970
    W T F
  • Holdenismysoulmate
    January 1, 1970
    Eschbach und ich... ich gebe zu, ich hätte nicht unbedingt erwartet mal doch noch einen Roman von ihm zu lesen. Seit dem Jesus Video, das damals für mich ein absoluter Flop war, hatte ich eigentlich kein Bedürfnis mehr. Aber ich habe auch eine Schwäche für genau diese Art Themengebiete die Eschbach in seinem neuen Roman aufgreift.Es hat etwas von einem neuen "1984", zugeschnitten auf unsere Zeit. "Das sogenannte Dritte Reich als Schauplatz ist dabei der passende Spiegel für uns deutsche Leser. W Eschbach und ich... ich gebe zu, ich hätte nicht unbedingt erwartet mal doch noch einen Roman von ihm zu lesen. Seit dem Jesus Video, das damals für mich ein absoluter Flop war, hatte ich eigentlich kein Bedürfnis mehr. Aber ich habe auch eine Schwäche für genau diese Art Themengebiete die Eschbach in seinem neuen Roman aufgreift.Es hat etwas von einem neuen "1984", zugeschnitten auf unsere Zeit. "Das sogenannte Dritte Reich als Schauplatz ist dabei der passende Spiegel für uns deutsche Leser. Wir kennen die eigentlichen historischen Zusammenhänge, manche Namen vielleicht besser als andere (etwa die der Familie Frank, die Weiße Rose). Je nach dem, wie man sich im Vorfeld damit beschäftigt hatte. Ein Staat, der mit seinen damaligen Mitteln genau dass getan hat, was im Eschbach im Roman erleichtert. Es wirkt sehr glaubwürdig, wenn die Handlung von der Nutzung der neuesten Technologien berichtet.Daten sammeln dass konnten totalitäre Staaten ja schon immer gut - bis einem auffällt und auffallen soll würde ich behaupten, dass dies mehr mit unserer Wirklichkeit zu tun hat, als uns allen lieb sein könnte. Kurz denkt man vielleicht einfach nur an Trump, Putin, Erdogan, China, Nordkorea... aber auch an die Frage was geschieht eigentlich jeden Tag mit all unseren Daten, von wem werden sie wann und wo verarbeitet? Genutzt, missbraucht, vielleicht zu Marketingzwecken heute-, aber was geschieht, damit morgen und übermorgen?? Eschbachs Roman ist daher zwar gerne ein, "Was wäre, wohl gewesen wenn?" Gleichzeitig aber auch die Antwort: "Das könnte passieren wenn!"Für mich war das spannend, ich liebe Geschichte sehr und kenne mich gerade mit dem Zeitraum, den Eschbach abdeckt, schon recht gut aus. Ich finde das er die Frage, wie neuere Techniken die Geschichtsschreibung verändert hätten, glaubwürdig beantwortet hat. Im Prinzip muss er ja nur an das Anknüpfen was schon da ist: Die Nationalsozialisten haben die damals neuesten Technologien verwendet und es wäre absolut nicht verwunderlich, das sie etwas das Weltnetz (wie unser Internet) genauso verwendet hätten, wie Eschbach das vorschlägt.Auch die verschiedenen Möglichkeiten der Überwachung lassen ein mulmiges Gefühl zurück - ich habe mein Smartphone beim Lesen schon skeptisch angeschaut.Dann wieder, ich nutze ja selbst gerade eben den Rechner, um diesen Text zu schreiben. Der Roman hat mich wirklich noch mal zum Nachdenken gebracht und mir auch wieder gezeigt, wie unbedarft wir insgesamt schon mit unseren Daten umgehen. Die Abschaffung des Bargeldes etwa hängt ja auch schon länger im Raum. Dass diese Medaille aber auch Kehrseiten hat, das machen wir uns oft ja nicht so klar. Sicher auch gerade weil wir in Europa eine sehr privilegierte Situation haben. Wir sind momentan nicht von Hungersnöten und Krieg bedroht unsere wirtschaftliche Situation ist gut. Wir leben ins Systemen, die demokratisch geprägt sind. Die Menschenrechte werden anerkannt.Aber was passiert, wenn sich das ändert? Was passiert mit Daten von uns allen, wenn es z.B. wie im Roman, um die Frage geht wer kein Deutscher mehr sein darf? Die Daten werden genutzt, um versteckte Juden aufzuspüren und alle zu verhaften. Allein für Berlin werden so in Berlin alle noch verbliebenen Verstecke gefunden.Gelungen fand ich die beiden Blickwinkel, die der Roman bietet. Helene, eine Programmstrickerin (eine Programmierin würden wir sagen) wie es im Roman heißt, die eigentlich eher unpolitisch aufwächst, dann aber durch ihre Liebe zu Arthur mit der Lebenswirklichkeit im nationalsozialistischen Deutschland konfrontiert wird. Und ihr Kollege Eugen Lettke: ein wahres Arschloch mit Verlaub. Der aber perfekt in genau diese Welt passt, in der Menschen mit bestimmten Persönlichkeiten (ein gutes Beispiel sind etwa Ärzte wie Mengele, Verschiedene Lageraufseher*innen die ihre Macht über die Gefangenen mit besonderer Grausamkeit demonstrierten) sehr gute Chancen hatten, das System für sich zu nutzen. Lettke nutzt die im Roman so geschriebenen Komputer, zu denen er Zugang hat für einen privaten perfiden Rachefeldzug. Er hat sich in seinem Leben ganz gut eingerichtet. Was mit anderen Menschen ist interessiert ihn im Grunde gar nicht.Auch Helene hat ihre Schwächen, doch sie macht Entwicklung durch und hinterfragt ihre Handlungen immer stärker, während Lettke sich nur um sich selbst dreht.Ich gebe aber auch zu, wenn es um Programmiersprache ging, habe ich das eher überflogen. Das Ganze hielt sich aber in Grenzen und war glaubwürdig in die Handlung eingebunden.Da beide Hauptfiguren im NSA arbeiten, ist es natürlich auch klar, das ihre Arbeit eine Rolle spielt. Nur durch diese Verknüpfung macht aber die Handlung auch Sinn, da einige Antworten den Figuren sonst gar nicht zugänglich gewesen wären."NSA" ist packend, aufwühlend, spannend, nachdenklich machend und vieles mehr. Gut dreiviertel des Romans habe ich in einer Nacht gelesen, weil ich einfach nicht aufhören konnte. So ist der Roman trotz seiner Tiefe eben auch Unterhaltung. Und die ist Eschbach wirklich sehr gelungen.Oft beschwere ich mich das ein Autor, eine Autorin am Ende nicht genug wagt. Unbequeme Entwicklungen abmildert oder noch schnell ein Happy End hinschustert, wo es gar nicht passt.Hier habe ich einfach einmal absolut nichts zu meckern. Das Ende ist ehrlich gesagt nichts zum Kuscheln. Aber es hat sooo gut gepasst und mich vollkommen zufrieden zurück gelassen - im Sinne das es den Roman perfekt abgerundet hat.
    more
  • KruemelGizmo
    January 1, 1970
    Computer, Internet, E-Mails, Mobiltelefone, soziale Medien - Was wäre, wenn es dies schon im dritten Reich gegeben hätte und es dem Regime zur totalen Überwachung seiner Bürger diente? 1942: Helene arbeitet als Programmiererin im Nationalen Sicherheits-Amt in Weimar. Dort entwickelt sie Programme zur Überwachung aller Bürger des Reiches. Als ihre große Liebe wegen Fahnenflucht untertauchen muss, kommen Helene die ersten Zweifel. Sie lässt nichts unversucht ihm zu helfen und gerät dabei in Konfli Computer, Internet, E-Mails, Mobiltelefone, soziale Medien - Was wäre, wenn es dies schon im dritten Reich gegeben hätte und es dem Regime zur totalen Überwachung seiner Bürger diente? 1942: Helene arbeitet als Programmiererin im Nationalen Sicherheits-Amt in Weimar. Dort entwickelt sie Programme zur Überwachung aller Bürger des Reiches. Als ihre große Liebe wegen Fahnenflucht untertauchen muss, kommen Helene die ersten Zweifel. Sie lässt nichts unversucht ihm zu helfen und gerät dabei in Konflikt mit dem herrschenden Regime und wird dabei auch in die Spielchen ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt. Dieser nutzt die Überwachung des Staates für seine eigene Zwecke nutzt…NSA – Nationales Sicherheits-Amt stammt aus der Feder von Andreas Eschbach.Es gibt Computer, Internet, Mobiltelefon und soziale Medien, aber es ist erst das Jahr 1942 und das Nazi-Regime nutzt all diese Dinge um seine Bürger zu überwachen, dabei hilft ihnen das Nationale Sicherheits-Amt bei dem alle Daten gespeichert und ausgewertet werden. Helene Bodenkamp, ein junges unscheinbares Mädchen aus gutem und regimetreuem Hause, arbeitet dort als Programmiererin, erst als ihr nach und nach klar wird wofür all diese Daten genutzt werden können und ihr Freund, der sich als versteckt hält, dadurch in Gefahr gerät bekommt sie Zweifel an der ganzen Sache. Ihre Versuche ihm zu helfen bringt sie immer mehr in Gefahr, denn sie arbeitet dabei gegen das herrschende Regime. Währenddessen verfolgt der Analyst Eugen Lettke, Sohn eines gefallenen Kriegshelden aus dem ersten Weltkrieg und dabei noch groß, blond und blauäugig, seine ganz persönlichen Ziele und nutzt dazu die gesammelten und gespeicherten Daten im Nationalen Sicherheits-Amt.Im Buch NSA verknüpft der Autor das Naziregime mit den technischen Errungenschaften der heutigen Zeit. Was für uns heute selbstverständlich ist, gab es natürlich damals noch nicht, aber der Autor schafft es die Technologie gekonnt in diese Zeit zu transportieren. Ungewohnt sind erstmal die ganzen Ausdrücke dafür, da natürliches alles eine deutsche Bezeichnung haben muss, so wird z.B. aus dem Computer ein Komputer, die Speicherung der Daten erfolgt in Daten-Silos und nicht auf Servern. Aber man gewöhnt sich sehr schnell an die neuen Begrifflichkeiten und sie passen so auch einfach besser in die Geschichte. Als Leser kann man sich sehr schnell vorstellen wozu die ganzen Daten missbraucht werden können, da es ja auch heute ein immer wieder heiß diskutiertes Thema ist, aber die Vorstellung dies wäre schon alles im dritten Reich möglich, verursacht ein ganz besonders Gefühl des Grauens beim Lesen. Im ganzen Buch herrschte für mich immer eine gewisse düstere Atmosphäre, die mich gekonnt in ihren Bann zog, auch wenn es die ein oder andere kleine Länge gab. Auch die Spannung, die anfangs nur unterschwellig zu spüren war, wird im Verlauf der Geschichte immer präsenter für mich und gipfelt in einem Finale und in einem Ende, das ich nicht so erwartet habe und mir teilweise unter die Haut ging. Auch werden tatsächliche Ereignisse und Personen in die Geschichte eingewoben, die hier teilweise dadurch einen anderen Verlauf nahmen oder einen anderen Werdegang durchmachten. Die aktuellen Themen der Datensammlung, des Datenmissbrauchs, der Überwachung der Bürger usw. wurden für mich gekonnt in die Zeit des dritten Reiches eingewoben und zeigt sehr eindrücklich wozu auch heutige Regime und Staaten, aber auch Firmen, diese Daten nutzen können und könnten. Eine erschreckende Vorstellung, die zum Nachdenken anregt, da sie leider nicht so unrealistisch ist wie man es sich gern wünschen würde.Mein Fazit:Ein spannender Roman, der mit seiner Thematik unter die Haut gehen kann und dabei auch zum Nachdenken anregt.
    more
  • _Leselust_
    January 1, 1970
    Die Grundidee dieses Romans finde ich sehr spannend. Wie wäre der zweite Weltkrieg verlaufen, wenn den Menschen damals schon moderne Techniken wie Computer und Handies zur Verfügung gestanden hätten? Das bietet natürlich vollkommen andere Möglichkeiten der Überwachung. Eschbach verwebt geschickt wahre historische Begebenheiten mit seiner Fiktion. So wird zum Beispiel Familie Frank durch einen Algorithmus entdeckt. Dennoch konnte mich der Roman nicht vollkommen überzeugen. Die Idee ist klasse, di Die Grundidee dieses Romans finde ich sehr spannend. Wie wäre der zweite Weltkrieg verlaufen, wenn den Menschen damals schon moderne Techniken wie Computer und Handies zur Verfügung gestanden hätten? Das bietet natürlich vollkommen andere Möglichkeiten der Überwachung. Eschbach verwebt geschickt wahre historische Begebenheiten mit seiner Fiktion. So wird zum Beispiel Familie Frank durch einen Algorithmus entdeckt. Dennoch konnte mich der Roman nicht vollkommen überzeugen. Die Idee ist klasse, die Umsetzung hat aber Schwächen. Alle Charaktere blieben mir irgendwie fremd. Ich habe nicht wirklich mitgefühlt und mitgefiebert, weswegen mir auch eine Portion Spannung gefehlt hat. Das Ende fand ich aber klasse, das hat mich noch mal wieder umgehauen. Insgesamt kein Must-Read, aber ein interessantes Gedankenexperiment.
    more
  • Nadine | Epilogues
    January 1, 1970
    Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, es war glaubwürdig, spannend und interessant. Dazu mein erster Eschbach.Warum es trotzdem nur 3 Sterne geworden sind? (Spoiler!)NIEMAND ist darüber beleidigt, dass er gerade einem angenommenen sexuellen Missbrauch entgangen ist und hinterfragt sich, ob er denn nicht ansehnlich genug dafür war. Und über die Textstelle habe ich noch großzügig hinweg gesehen, dass Helene lieber weiter im Krieg leben wollte, damit ihr Macker weiter im Versteck ausharren muss, Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, es war glaubwürdig, spannend und interessant. Dazu mein erster Eschbach.Warum es trotzdem nur 3 Sterne geworden sind? (Spoiler!)NIEMAND ist darüber beleidigt, dass er gerade einem angenommenen sexuellen Missbrauch entgangen ist und hinterfragt sich, ob er denn nicht ansehnlich genug dafür war. Und über die Textstelle habe ich noch großzügig hinweg gesehen, dass Helene lieber weiter im Krieg leben wollte, damit ihr Macker weiter im Versteck ausharren muss, keine anderen Frauen zu Gesicht bekommt und ihr alleine gehört.
    more
  • DrWarthrop
    January 1, 1970
    Ein geniales Buch mit interessanter, dystopischer Welt und Charkteren. Emotional beschreibt der Autor die Zustände der alternativen Realität, in der Computer zu einer Zeit entwickelt wurden, die die Freiheiten extrem einschränkt. Absolute Empfehlung!
    more
Write a review